Fragen und Antworten

Antworten auf die häufigsten Fragen zur Ortsplanung finden Sie unten stehend. Sollten Sie weitere Informationen benötigen, können Sie uns selbstverständlich auch gerne per Telefon (062 787 14 70) oder E-Mail (bpu@aarburg.ch) kontaktieren.

1.  
Worum geht es bei der Ortsplanung?

Die gültige Nutzungsplanung der Gemeinde Aarburg stammt von 2002. In den letzten Jahren haben sich die übergeordneten gesetzlichen Grundlagen geändert. Die Gemeinde und ihre Gesellschaft unterliegen ebenfalls einem ständigen Wandel. Die Anforderungen an die Raumplanung steigen damit stetig an. So ist insbesondere die Abstimmung zwischen Siedlungsentwicklung und Verkehr eine grosse Herausforderung. Gemäss kantonalen Prognosen wird die Gemeinde Aarburg in Zukunft mehr Raum für Wohnen benötigen. Mit der revidierten Ortsplanung sollen deshalb die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit sich die Gemeinde Aarburg optimal weiterentwickeln und ihre Standortqualität langfristig und nachhaltig stärken kann.

2.  
Wer erarbeitet die Ortsplanung?

Der Gemeinderat Aarburg hat für die Erarbeitung der Ortsplanung eine Planungskommission aus Vertretern des Gemeinderats, der Gemeindeverwaltung, der Quartiervereine und der Bevölkerung eingesetzt. Mit der fachlichen Bearbeitung und Beratung hat er das Büro PLANAR AG für Raumentwicklung beauftragt. Die Planungskommission erarbeitet einen Entwurf der Ortsplanung. Dabei wird die Bevölkerung – über die gesetzlichen Mindestvorgaben hinaus – eng und mehrfach in den Planungsprozess einbezogen.

Der Gemeinderat beschliesst die behördenverbindlichen Dokumente (räumliches Entwicklungsleitbild, Freiraumkonzept, kommunaler Gesamtplan Verkehr). Die Gemeindeversammlung beschliesst als oberstes Organ die Planungsinstrumente der Nutzungsplanung (Bauzonenplan, Kulturlandplan, Bau- und Nutzungsordnung).

3.  
Von welcher Zunahme der Einwohnerzahl wird ausgegangen?

Der Kanton prognostiziert, dass die Bevölkerung von Aarburg bis im Jahr 2040 auf rund 10'400 Einwohner/innen wachsen wird. Dies entspricht in etwa dem bisherigen Wachstum der Gemeinde von jährlich rund 1.3 % in den letzten 20 Jahren.

4.  
Welche Auswirkungen hat die Ortsplanung auf mich als Grundeigentümer?

Das räumliche Entwicklungsleitbild, das Freiraumkonzept und der Kommunale Gesamtplan Verkehr sind behördenverbindliche Konzepte, die auf einer hohen Flughöhe die angestrebte gesamtheitliche Entwicklung der Gemeinde in den nächsten Jahren aufzeigen sollen. Sie sind nicht grundeigentümerverbindlich, und ihre Aussagen und Pläne sind auch nicht parzellenscharf zu verstehen. Sie bilden aber die Grundlage für die Planungsinstrumente, die auf diesen Grundideen und Visionen aufbauen werden.

Die Planungsinstrumente der Nutzungsplanung (Bauzonenplan, Kulturlandplan sowie Bau- und Nutzungsordnung) werden erst in der Phase 2 erarbeitet und sind für alle Grundeigentümer verbindlich. Sie erfüllen die Aufgabe, die von Bund und Kanton festgelegten Ziele der Raumplanung auf Gemeindeebene umzusetzen. Mit der Zonierung und den baulichen Vorschriften, der Abstimmung des Siedlungswachstums mit dem privaten und öffentlichen Verkehr, aber auch durch den Schutz und die sorgfältige Weiterentwicklung der baulichen Identität und der ökologisch sowie gestalterisch wertvollen Freiräume werden die Qualitäten der Gemeinde Aarburg als Wohn- und Arbeitsort langfristig und nachhaltig gestärkt. Dies funktioniert nur, wenn sowohl für die Behörden als auch für die Grundeigentümer und Gesuchsteller von Planungs- und Bauvorhaben im Sinne der Gleichbehandlung klare Regeln in Form von gesetzlichen Grundlagen gelten.

5.  
Worum geht es beim KGV?

Mit dem Kommunalen Gesamtplan Verkehr (KGV) stimmt die Gemeinde die Entwicklung von Siedlung und Verkehr aufeinander ab. In einer Analyse der Verkehrssituation, die alle Verkehrsträger einbezieht, werden Schwachstellen festgestellt und Kapazitäten bestimmt. Darauf aufbauend werden Ziele definiert und Massnahmen festgehalten, welche für das Erreichen der Ziele notwendig sind.

Da es sich beim KGV um ein nicht grundeigentümerverbindliches Dokument handelt, wird er – anders als die Nutzungsplanung – nicht von der Gemeindeversammlung, sondern vom Gemeinderat beschlossen. Der Kanton genehmigt den KGV, anschliessend ist dieser für die Behörden verbindlich.

6.  
Welche Auswirkungen hat der KGV auf mich als Grundeigentümer?

Der KGV ist ein behördenverbindliches Instrument und hat keine direkte Verbindlichkeit für Grundeigentümer. Rechtsmittel können später bei der konkreten Umsetzung der einzelnen Massnahmen ergriffen werden. Zur Umsetzung der im KGV enthaltenen Massnahmen kann die Gemeinde auch bereits in der allgemeinen Nutzungsplanung und in Sondernutzungsplänen konkrete grundeigentümerverbindliche Vorgaben machen.

7.  
Welchen Stellenwert haben die Teilpläne im KGV?

Die Teilpläne haben mehrere Funktionen. Sie dienen zum Beispiel dafür, die Massnahmen des KGV zu verorten. Andererseits werden auf ihnen auch die Netze der verschiedenen Verkehrsträger definiert. Diese Netze dienen der Gemeinde als Grundlage für Entscheide bei Sanierungen oder neuen Bauvorhaben. Damit können die übergeordneten Bedürfnisse der Gemeinde besser belegt und berücksichtigt werden. Weiter legt der Teilplan MIV die Einteilung in Fein- und Groberschliessung für die Umsetzung des «Erschliessungs-Finanzierungs-Reglement» fest.

8.  
Was bedeuten Netzlücken und die Haupt- und Nebenrouten auf den Teilplänen Fuss- und Veloverkehr im KGV?

Eine Netzlücke zeigt eine fehlende Verbindung zwischen zwei Punkten im Netz auf. Mit einer zusätzlichen Verbindung würden sich die Umwege reduzieren, was die Attraktivität des Fuss- und Veloverkehrs steigert. Das Einzeichnen einer Netzlücke heisst aber nicht, dass bereits ein konkretes Bauvorhaben besteht. Einige Netzlücken können vielleicht relativ einfach und ohne grossen Widerstand geschlossen werden. Andere sind eher langfristig ausgerichtet und bei Gelegenheit zu schliessen, z.B. im Zuge einer Neuüberbauung eines Quartiers.

Mit dem Routennetz aus Haupt- und Nebenrouten definiert die Gemeinde wichtige Wege und Verbindungen für den Fuss- und Veloverkehr. Damit soll der Fuss- und Veloverkehr im Planungsalltag gebührend berücksichtigt werden, bspw. sollen Unterbrüche von Fuss- und Veloverbindungen im Rahmen von Bauarbeiten verhindert werden. Die Einteilung in Haupt- und Nebenrouten zeigt die Wichtigkeit der einzelnen Routen: Hauptrouten sind die wichtigsten Alltagsverbindungen, vergleichbar mit Hauptstrassen für Autos. Sie sind in der Regel entsprechend komfortabel ausgebaut. Nebenrouten ergänzen die Hauptrouten zu einem zusammenhängenden Netz. Sie können auch ohne Hartbelag ausgebaut sein und ausschliesslich der Freizeit (Naherholung) dienen.

9.  
Was passiert mit meiner Stellungnahme nach der Übermittlung?

Ihre Stellungnahmen in allen Phasen der Ortsplanung werden vertraulich behandelt und ausschliesslich der Abteilung Bau Planung Umwelt der Gemeinde Aarburg zur Bearbeitung zugestellt. Damit die Gemeinde die Echtheit der Rückmeldung sicherstellen kann, sind die einzelnen Stellungnahme nicht anonymisiert. Weitere Informationen dazu finden Sie auch in den Datenschutzbestimmungen.